IST RAPSÖL GESUND?

Oft werde ich gefragt, ob Rapsöl gesund sei bzw. welches Speiseöl denn überhaupt „gut“ sei. Diese Frage lässt sich auf die Schnelle nicht beantworten.

Ist Rapsöl gesund?

Definitiv richtig ist, dass wir zu viele „schlechte“ Fette essen. Warum ich „schlecht“ in Anführungszeichen schreibe? Naja, wie so oft kommt es immer auf die Menge und das Verhältnis darauf an. Somit fällt mir die Kategorisierung in „gut“ und „böse“ schwer.

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Fette und Öle unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung. Das weißt Du bereits vielleicht, wenn Du dir die Video-Folgen über das Fett angesehen hast. Die Natur hat Sonnenblumen oder Oliven ja nicht einfach so erschaffen. Beide haben einen guten Grund auf dieser Welt zu sein. Und dennoch ist das eine besser als das andere.

Egal welches Öl man in die Hand nimmt. Beim Öl handelt es sich leider auch um ein mehr oder weniger verarbeitetes Produkt. Es gibt unterschiedliche Erzeugungsmethoden (Pressverfahren) welche die Qualität des Öl sehr deutlich beeinflussen.

Warum muss es immer nur so heiß sein?

So sind kaltgepresste Öl immer von besserer Qualität als Öl die unter Druck und Temperatur hergestellt werden. Das ist wiederum einfach zu erklären (und keiner sollte sich merken warum kalt jetzt besser ist warm, sondern es sich herleiten). In der Video-Reihe Fett erklärte ich Dir, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren sich unter Hitzeeinwirkung negativ verändern. Und diese negativen Folgen für die Zusammensetzung der Fettsäuren entstehen ebenso bei einer weniger, schonenden Herzstellung.

Somit lässt sich auch schlussfolgern, dass „bessere“ Öl (fast) immer etwas teurer sind. Denn die Kaltpressung ist deutlich aufwendiger. Meine Empfehlung ist an einem gutem Öl nie zu sparen. Das bessere Aroma von einem hochwertigen Speiseöl trägt zudem dazu bei, dass Du von der Menge her vielleicht gar nicht so viel brauchst.

Muss es denn immer Öl oder Fett sein?

Gute Öle als Quelle für hochwertige Fettsäuren gibt es. Eine deutlich bessere Quelle für Fette sind aber immer noch unsere Nüsse. Denn diese sind weniger verarbeitet und bringen auch noch Gesundheit fördernde Ballaststoffe mit sich.

Hinsichtlich der Qualität des Öles habe ich mich bereits geäußert. Kaltgepresst sollte es nach Möglichkeit auf jeden Fall sein. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist das Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3 Fettsäuren. In diesem Punkt gibt es krasse Verlierer. Von diesen solltest Du die Finger lassen, da durch unsere restliche Ernährung meist schon ein großes Missverhältnis vorhanden ist.

4:1!!! Wer hat gewonnen?

Ein erstrebenswertes Verhältnis sollte 4:1 (Omega 6 zu Omega 3) bis hin zum Optimum von 1:1 sein.
Kontraproduktiv für dieses Verhältnis ist maßgeblich das Distelöl (150:1), das Sonnenblumenöl (120:1) und das Maiskeimöl (50:1).
Empfehlenswert dagegen ist das Weizenkeimöl (8:1), Walnussöl (6:1) und das Rapsöl (2:1).

Ist nun Rapsöl gesund?

Wie bereits gesagt, die Betrachtung in diesem Artikel stützt sich in diesem Falle nur auf die Fettsäurezusammensetzung. Und unter diesem Aspekt ist das Rapsöl definitiv vielen vorzuziehen (vor allem dem immer noch sehr geläufigen Sonnenblumenöl – ahhhhhhhhh!!!) Die Herkunft und Qualität der Öle spielt eine nicht weniger wichtige Rolle.

Bei fast allen Ölen ist unbedingt darauf zu achten, dass es nicht zu heiß verarbeitet wird. Besonders wenn viele ungesättigte Fettsäuren enthalten sind (aufgrund der Transfettsäure Bildung). Das gilt vor allem für Öl wie beispielsweise das Walnuss-, Hanf- oder Leinöl. Diese sollten für das braten NIEMALS verwendet werden. Spätestens wenn das Öl bereits raucht ist es viiiiiiel zu spät.

Ideal zum Braten oder Backen (da sehr hitzestabil) ist das Kokosfett.

Hast Du damit schon mal gekocht, mit dem Kokosfett??? Wenn nicht, dann ist doch jetzt eine super Gelegenheit dazu. Es ist doch gerade die Zeit der Nüsse ;)

6 Kommentare

  1. Vielen Dank lieber Paul, bis jetzt war mir nicht klar warum Distel- oder Maiskeimöl so schlecht sein sollen, da es ja auch pflanzliche Öle sind.Jetzt
    ist mir endlich ein wenig klarer.
    LG tatjana

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  2. Beim Kokosfett bitte mit drauf achten, dass es nicht das (z.B.) Palmin ist, welches gehärtete Fette enthält, aber ich denke mal, das dürfte auch selbstverständlich für die Leser hier sein… ;-)

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  3. Hallo allen,
    rapsoel steht nicht auf der liste gesunder oele und vor allem ist vor dem “canolaoel” vorsicht geboten. wer wirklich ein gutes,gesundes und wohlschmeckendes salatoel sucht, versuche es doch einmal mit dem steierischen KUEBISKERNOEL. vielleicht etwas teuer, aber das ist es wert. schliesslich werden fuer 1 liter oel ca. 30- 35 kuerbisse benoetigt. es ist reich an selen und vitamin e und hat somit eine antioxidative wirkung. kaltgepresst ist es dunkelgruen und hat ein nussartiges aroma, was von dem hohen anteil an chlorophyll und karotin kommt. nur mit der beschriftung “g.g.A.” fuer geschuetzte geographische angaben ist es 100% rein und stammt aus der steiermark. kuehl und dunkel gelagert unter 20 grad ist es gut 12 monate geniessbar. ein wirklich leckeres oel und das ASS unter den salatoelen.

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    • Hallo Volker,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich gebe Dir Recht. Geschmacklich ist Kürbiskernöl oft eine sehr leckere Angelegenheit.

      Unter dem Aspekt der Fettsäureanteile (und die spielt in der heutigen Zeit leider eine sehr wichtige Rolle) ist auch das Kürbiskernöl nicht ideal. Das Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3 beträgt 51 Gramm : 0,57 Gramm. Somit leider auch mit einem Verhältnis von 90:1 weit über dem was unter einem ausgeglichenen Verhältnis wünschenswert ist.

      Das ist wirklich ärgerlich, denn wenn man als die vielen verarbeiteten Lebensmittel so durchgeht, dass summiert sich das schlechte Verhältnis halt sehr schnell auf.

      Ich hatte es ja bereits gesagt. Unter dem Aspekt der Verarbeitbarkeit ist auch das Öl nicht wirklich ein natürliches Produkt… to be continued…

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  4. Gruess Dich Paul,
    bei all den oelen geht es mir nicht um den hoechsten einfach ungesaettigten oelanteil (linolsaeure) eines oeles. ob das oel A 10% mehr ungesaettigte fettsaeuren hat als das oel B, spielt keine rolle. wichtig ist mir die reinheit eines oeles und ist es kalt gepresst. kuerbiskernoel besitzt nicht nur radikalfaenger sondern auch den groessten antioxidansanteil unter allen speiseoelen und unterliegt zusaetzlich einer besonderen qualitaetskontrolle, und das ist wichtig.
    doch was sich so hinter “extra vergine” und “kaltgepresst” oft verbirgt, kann man als panscherei bezeicnen. stiftung warentest hat erst im oktober olivenoele getestet und jedes dritte der hoechsten gueteklasse ist mangelhaft. deshalb nehme ich lieber ein oel, das einer qualitaetskontrolle unterliegt.

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  5. hallo lieber Paul,habe angefangen mich mit “FETTEN” zu beschäftigen…und ist ne komplizierte Angelegenheit wenn ich mal so sagen darf…..
    habe zur Zeit auf Kokosfett (zum braten) und Olivenöl (Salate) umgestellt…und
    bin noch beim schauen was so noch in frage käme…..wegen dem Rapsöl bin ich mir jetzt sehr unsicher,das Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3 ist halt optimal,habe aber im internet was gefunden was gegen die verwendung von Rapsöl spricht……
    was sagst du zu den folgenden zeilen ??? würde mich sehr interessieren
    lg Jenny

    “Meiden: Rapsöl
    keinesfalls erhitzen. Raps – oder Canolaöl enthält relativ viel Schwefel und wird
    sehr leicht ranzig. Mit Rapsöl gebackene Nahrungsmittel werden sehr schnell
    schimmlig. Während eines erforderlichen Geschmacksveränderungsprozesses bei
    der Verarbeitung entstehen aus dem relativ hohen Anteil an Omega-3-FS
    Transfette, die denen der Margarine ähneln, jedoch möglicherweise noch
    gefährlicher sind als die in Margarine enthaltenen. Einer Studie zufolge führt
    Canolaöl zu Vitamin-E-Mangel. Nach einer anderen Studie kann Rapsöl den
    Herzmuskel schädigen, wenn die sonstige Nahrung wenig gesättigte Fette
    enthält. “

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